Let’s talk about Half-Brogue, Full-Brogue and Longwing

Verschiendene Brogue-Varianten von SHOEPASSION.com

In Socken haben sie nichts zu suchen, in unserem Schuhwerk zählen sie zum guten Ton – zumindest solange es sich bei den Löchern im Oberleder um ein spezielles Designmuster handelt. Mit einem eleganten Brogue ist Mann zu jeder Zeit gut beraten. Stempelte ihr ländlich-folkloristischer Ursprung Half-, Full-Brogue und Longwing zu Beginn als klassischen Freizeitschuh ab, darf heute dieser dekorative Herrenschuh in keinem Schuhschrank mehr fehlen.

Wann Brogues nicht nur erlaubt, sondern sogar erwünscht sind

Eine traditionelle Knigge-Regel legt uns nahe: je förmlicher der Anlass, desto glatter der Schuh. Auch wenn jene Stilempfehlung noch im frühen 18. Jahrhundert seine Berechtigung haben mochte, zählen Brogues heute längst zum guten Ton. Gerade die charakteristische Lyra-Lochung, bei der sich jeweils zwei übereinander liegende Löcher mit einem größeren entlang der Schaftteilkanten und/oder der Vorderkappe abwechseln, garantiert einen stilsicheren Auftritt. Kurzum: Egal, ob im Büro, bei einem Stadtrundgang oder einem Restaurant-Besuch – Brogues werden speziell wegen ihrer Vielseitigkeit geschätzt, salonfähig sind sie allemal.

Ein Full-Brogue – mit auslaufenden Verzierungen bis zur Fersennaht auch Longwing genannt – überzeugt in schwarz zum Anzug ebenso wie zur Jeans. In der braunen Variante passen Brogues vor allem zu Tweed, Cord, Flanell oder auch zu dunklen Navy-Modellen. Etwas zurückhaltender an Perforationen, aber nicht weniger schick, ist dagegen der Half- oder Semi-Brogue. Bei diesem Schuhmodell sind allein die Vorderkappen des Schuhs mit einer Rosette oder anderen Ornamenten verziert. Ursprünglich dienten Lochmusterungen im Schuhwerk allerdings nicht modischen Zwecken, sondern erfüllten rein praktische Funktionen.

Elegant durchlöchert – Half Brogue, Full Brogue und Longwings

Wer aufgrund der Schreibweise vermutet, die Wurzeln des Brogues seien bei unserem französischen Nachbarn zu finden, der irrt. Ursprünglich stammt das Wort von dem schottisch-gälischen „bròg“, beziehungsweise dem irischen „bróg“ ab, und bezeichnet schlichtweg den „Schuh“. Die Bauern und Viehhirten Schottlands und Irlands trugen in den raueren und sumpfigen Hochebenen solch gestanztes Schuhwerk, um eingedrungenes Wasser leichter abfließen zu lassen. Daher ist auch die Bezeichnung „schottische Lochung“ für Brogues nicht unüblich.

Im 18. Jahrhundert hatte sich die gestanzte Fußbekleidung bereits gänzlich als gängiger Standardschuh der ländlichen Bevölkerung etabliert, bevor Brogues schließlich auch die Aufmerksamkeit des britischen Adels erregten. Von da an war es nur noch ein kurzer Weg, bis jene Lochmusterungen nicht mehr nur Jagdschuhe zierten, sondern auch zu höfischen Anlässen en vogue waren.

One pair of shoes, especially a pair of brogues, never comes alone…

Die ersten Brogues waren nicht etwa aus feinem Kalbsleder, sondern aus oberflächengekörntem Leder (Scotchgrain) gefertigt und die Musterung durch das gesamte Oberleder gestanzt. Im Laufe seiner Schuhgeschichte wurde die Lochverzierung nicht mehr gänzlich durch alle Lederschichten des Schuhs geführt. Von funktionalen Zwecken befreit, entwickelten sich die heute bekannten Designs von Half-/Full-Brogue und Longwings und begannen ihren Siegeszug als elegante Fußbekleidung des modernen Gentlemans.

Heute können generell alle Herrenschuhmodelle mit der typischen Ornamentik versehen werden, denn vor allem Farbe und Material des Oberleders bestimmen den Einsatz von Half- und Full-Brogue. Apropos Farbe – wie bei anderen Modellen auch ist die Auswahl an Oberlederfarben für Brogues heute schier unendlich. Daher sollte sich jeder selbst fragen: Welches Statement möchte ich mit meinen Brogues machen? Und wie vielseitig einsetzbar sollen sie sein? Eines steht jedoch zweifellos fest: Sind die Lederkanten der Außenschaftteile eines Brogues zusätzlich gezackt, ist die Eleganz dieses Herrenschuhs kaum noch zu übertreffen.

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