Friedenswanderer Stefan Horvath zu Gast bei SHOEPASSION.com

Friedenswanderer Stefan Horvath zu Gast bei SHOEPASSION.com

Der überdimensionierte Derbyschuh hat es Stefan Horvath angetan. Der zierliche Mann nimmt unseren Werbegag mit der englischen Schuhgröße 23 (entspricht etwa einer europäischen 62) in beide Hände und nickt anerkennend. Ob rahmengenähte Schuhe auch etwas für ihn wären? „Nein“, sagt er und stellt die feinen Lederschuhe rasch wieder zurück ins Schaufenster unseres Ladengeschäfts in der Ackerstraße und fügt hinzu: „Ich nutze fast ausschließlich Bergwanderschuhe und im Sommer auch gerne mal leichte Sportschuhe. Solch schicke Schuhe würden meinen Füßen gar nicht gut bekommen.“ Rahmengenähte Schuhe, die der Fußgesundheit abträglich sind? Dabei behaupten wir doch genau das Gegenteil und scheinen indes beide im Recht zu sein. Denn Stefans Arbeitsplatz befindet sich nicht auf einer beliebigen Büroetage der Hauptstadt, sondern auf der Straße und da ist robusteres Schuhwerk gefragt.

Ganz wie Forrest Gump

Seit dem 1. Januar 1989 ist der mittlerweile 54-jährige Österreicher im Namen des Friedens zu Fuß unterwegs. Den alles entscheidenden Moment für den Beginn seiner rastlosen Wanderungen gab es angeblich nicht. Ganz wie Filmheld Forrest Gump lief er einfach los. Ziel war es, als erster Mensch der Gegenwart ganz Österreich zu Fuß abzuschreiten. Seine Firma verkaufte er, ihr Erlös ging verschiedenen Hilfsprojekten zugute. Die mediale Aufmerksamkeit war dem ehemaligen Bauunternehmer sicher und wenn man seinen Erzählungen so lauscht, zählen diese zu den Highlights in seinem Leben. Nach Österreich folgte der Rest Europas und immer wieder dabei auch Deutschland. Als „Friedenswanderer“ hat er sich so in den vergangenen zwei Jahrzehnten einen Namen gemacht, half bei Flutkatastrophen, engagierte sich bei Demonstrationen gegen den Rechtsextremismus und Kinderarmut.

50 Paar Schuhe säumen seinen Weg

In den zurückliegenden 23 Jahren hat der rastlose Wiener so circa 49.000 Kilometer zurückgelegt und dabei etwa 50 Schuhpaare verschlissen. Business-Schuhe sind in dieser beachtlichen Bilanz indes nicht zu finden, denn Horvath braucht Schuhe die seinen extremen Anforderungen gerecht werden. Großen Wert legt er dabei vor allem auf eine dicke Sohle, die seine Füße vor dem harten Asphalt der Straße schützt. Zudem müssen die Schuhe seiner Wahl über den Knöchel reichen, um ein mögliches Umknicken zu vermeiden.

Auch, wenn die Wege kürzer werden, ist ein Ende seiner Wanderschaft noch nicht in Sicht. Unser Treffen war nur eine Zwischenstation auf seiner Wanderung nach Dresden, wo er Mitte Februar an einer Demonstration gegen Neonazis teilnahm.

Wenn alles gut läuft, dann wird der Friedenswanderer noch eine ganze Weile im Namen der guten Sache unterwegs sein. Sobald die Knochen ihren Dienst verzagen, wird sich der Heimatlose niederlassen und seine Memoiren verfassen. Viel zu erzählen hat er ja, dieser Friedenswanderer, der sich übrigens auch immer gern über Spenden freut, denn nur so ist das Fortbestehen seiner Mission sichergestellt.

Das Team von SHOEPASSION.com wünscht ihm noch viele sichere Kilometer auf Europas Straßen.

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