Future Shoes I – GPS Schuhe weisen den Weg

Future Shoes: GPS Schuhe

Arglos gewährt 007 dem italienischen Zimmermädchen Einlass zu seinem Hotelzimmer in Venedig, ohne sich der tödlichen Gefahr bewusst zu sein, in der er schwebt. Als die vermeintlich Fremde jäh aus dem Schuh ein tödliches Messer klappt, erkennt auch Bond die getarnte KGB-Agentin und ein Kampf auf Leben und Tod beginnt. Bei Filmhelden wie Batman, James Bond und Co. beherbergen Schuhe, Taschen und Uhren wie selbstverständlich moderne Software oder Hightech-Waffen. Auch in der Realität sind solche multifunktionalen Gerätschaften längst keine Utopie mehr. Wirtschaft und Industrie sind der futuristischen Filmwelt dicht auf den Fersen und verwandeln normale Alltagsgegenstände in intelligente Hilfsmittel.

„No place like home“-GPS-Schuhe

Eines vorne Weg: Dominic Wilcox’ GPS-Schuhe sind nicht das erste Schuhmodell mit einem integriertem Navigationssystem. Doch sind die Prototypen des britischen Designers die ersten GPS-Schuhe, die den aktuellen Standort nicht dem behandelnden Alzheimer-Arzt oder dem Bewährungshelfer übermitteln, sondern den Besitzer nach Hause oder zu irgendeinem anderen x-beliebigen Zielort führen. Wem jetzt Gedanken an die kleine Dorothy und ihre roten Zauberschuhe aus “The Wizard of Oz” kommen, liegt mit seiner Vermutung Gold richtig.

Schon die Illustration und auch die Widmung „No place like home“ auf der Schuhsohle zollen Dorothy’s Abenteuern ihren Tribut, ganz zu schweigen von dem roten Innenfutter. Auch wenn Wilcox’ Schuhe ebenfalls durch einen leichten Hackenschlag zum Leben erwachen, kommen sie im Gegensatz zu Dorothys magischen Schuhwerk ganz ohne Zauberei aus. Inspiriert von den Musical-Pumps entwickelte der britische Designer eine Möglichkeit, mit der seine Schuhe allein den richtigen Weg nach Hause finden. Dahinter steckt kein fauler Zauber, sondern ausgeklügelte Elektronik.

Immer der Schuhspitze nach

Im Hacken des eleganten Herrenschuhs befindet sich ein voll funktionsfähiger GPS-Empfänger, dessen sichtbare Antenne dezent unter dem Hosenbein verschwindet. Betrieben wird der GPS-Schuh ähnlich wie unser Smartphone auch und zwar mittels einer einfachen Batterie. Die Navigationsfunktion schaltet sich ein, sobald sich der im rechten Schuh integrierte Magnet dem GPS-Sensor im linken nähert. Warum die Reise also nicht mit einem symbolischen Hackenschlag à la Dorothy beginnen?

Zwar können die Schuhe die Wegbeschreibung nicht mittels Sprache übermitteln, doch kommunizieren futuristisches Schuhwerk und Träger auf eine andere Weise miteinander. Auf den beiden Vorderkappen der GPS-Schuhe sind LEDs in unterschiedlichen Formationen angebracht. Während die in einer geraden Linie angeordneten LEDs auf dem rechten Schuh die Entfernung zum gewünschten Zielort anzeigen, weisen die in einem Kreis angeordneten LEDs auf dem linken Schuh die entsprechende Richtung. Dank der drahtlosen Kommunikation wird der aktuelle Standard via Satellit an den rechten Schuh übertragen. Bewegt sich der Schuhbesitzer in die richtige Richtung, leuchtet die vorderste Lampe hell auf.

Bevor Mann allerdings Fersengold geben kann, muss er seinen Zielort an einem Computer eingeben und mit einem USB-Kabel anschließend an den Schuh übertragen. Zugegeben: Eine 3D-Darstellung wie bei herkömmlichen Navigationsgeräten können Wilcox’ GPS-Schuhe nicht bieten. Doch führen sie den Träger sicher nach Hause, wenn es diesen in eine unbekannte Gegend verschlägt. Ob sich diese „Future Shoes“ tatsächlich gegen Smartphone und Co. durchsetzen können, bleibt noch abzuwarten. Marty McFly’s Nike Schuhen mit Power-Schnürung und LEDs, die Michael J. Fox in „Back to the Future“ trug, machen sie definitiv schon jetzt Konkurrenz.

Image credit: Dominic Wilcox

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“Kommentare”

  1. [...] Zumindest war das so, bevor Google sein neuestes Technik-Highlight vorgestellt hat. Nach den GPS-Schuhen präsentieren wir in unserer Reihe Future Shoes diesmal Googles sogenannte „Talking [...]

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