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Ausstellungstipp: »Amerikas Weg in die Moderne«

Ausstellungstipp: »Amerikas Weg in die Moderne«

Seit Kurzem präsentiert das Museum Barberini in Potsdam ausgewählte Schätze der Phillips Collection aus Washington und beheimatet damit einige Meisterwerke des ältesten Museums für moderne Kunst. Objekt der Begierde sind die Werke US-amerikanischer Maler des frühen 20. Jahrhunderts, die im Rahmen der Ausstellung »Von Hopper bis Rothko. Amerikas Weg in die Moderne« erstmalig in Deutschland residieren. Wir waren zu Besuch in der brandenburgischen Landeshauptstadt und gerieten nicht nur angesichts der aktuellen Kunstschau ins Schwärmen.

Die Phillips Collection zu Gast im Museum Barberini

Duncan Phillips hatte sie alle. Die Meisterwerke von Edward Hopper, Georgia O’Keeffe, Marsden Hartley, Jackson Pollock, George Inness, Arthur Dove oder Mark Rothko sind nur einige wenige, welche der Mäzen und Kunstkritiker Phillips (1886–1966) im Laufe seines langjährigen Engagements in einer privaten Sammlung zusammenstellte.    

Phillips sammelte jedoch nicht nur die Crème de la Crème der nordamerikanischen Moderne, sondern förderte den künstlerischen Nachwuchs auch gezielt mit Stipendien. Nach dem frühen Tod seines Vaters und Bruders eröffnete er ihnen zu Ehren im Jahr 1921 ein Museum, dessen Basis zunächst die familiäre Sammlung bildete. Heute umfasst das Museum mehr als 4.000 Werke und repräsentiert eine der eindrucksvollsten Kunstsammlungen der Moderne. Die Phillips Collection ging im Übrigen selbst der Gründung des populären Museum of Modern Art voraus und beeinflusste maßgeblich den Kanon der amerikanischen Kunstgeschichte.

Ausstellungstipp: »Amerikas Weg in die Moderne«

Seit Mitte Juli gastieren nun erstmalig 68 Werke der Phillips Collection in Deutschland, genauer gesagt in Potsdams jüngstem Kunstmuseum, dem Museum Barberini am Alten Markt. Eine überaus verlockende Liaison. Das Palais Barberini war ursprünglich im Auftrag von Friedrich II. nach dem Vorbild eines römischen Palastes um 1771 errichtet worden, erlitt allerdings bei den alliierten Bombenangriffen im Zweiten Weltkrieg starke Schäden und wurde in der Nachkriegszeit kontrolliert gesprengt. 

Fast 250 Jahre später ließ Hasso Plattner, seinerseits Kunstliebhaber und Software-Milliardär, das Museum nebst der historischen Fassade aufwendig rekonstruieren. Unweit der imposanten Nikolaikirche und des Stadtschlosses erwarten die Besucher des Museums Barberini, nach der Impressionismus-Schau der ersten Ausstellung, nun bis Oktober moderne Ikonen wie Edward Hopper und Mark Rothko. Viele der ausgestellten Künstler dürften indes nur eingeschworenen Kunstliebhabern ein Begriff sein, gelten sie doch in Europa noch als weitestgehend unbekannt. 

Klassiker aus der neuen Welt

Acht Themenräume führen die Besucher durch die spannungsreiche Entwicklung der US-amerikanischen Malerei hin zur abstrakten Kunst. Angefangen von Werken wie der Frühlingsnacht von Ernest Lawsons, die noch ganz im Zeichen französischer Impressionisten steht, über die Neue Sachlichkeit der Miss Amalia Van Buren von Thomas Eakins bis hin zur expressionistischen Gegenstandlosigkeit rund um Jackson Pollock und der Farbfeldmalerei der 50er und 60er Jahre.

Ausstellungstipp: »Amerikas Weg in die Moderne«
Ausstellungstipp: »Amerikas Weg in die Moderne«
Ausstellungstipp: »Amerikas Weg in die Moderne«

Es liegt in der Natur der Sache, dass Amerikas Weg in die Moderne keiner sturen Linearität folgt. Vielmehr repräsentiert die Ausstellung überaus gelungen ein zutiefst in sich verschlungenes Zusammenspiel von Vorwärtsdrängen hin zu neuer Identität und der ihr entgegengesetzten Rückbesinnung auf lang gehegte Traditionen.

Trotz aller Unterschiede bilden drei Leitmotive das verbindende Moment der Ausstellung: Landschaft, Portrait und Stadt. Während die Landschaftsmalerei eines Rockwell Kent vor allem die Urgewalt der Natur widerspiegelt, konzentrierte sich Arthur G. Dove auf ihren magischen Charakter, der schließlich in den symbolischen Wüsten- und Mondszenerien von Georgia O’Keefe zu gipfeln scheint.

Ausstellungstipp: »Amerikas Weg in die Moderne«
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Ausstellungstipp: »Amerikas Weg in die Moderne«

Im spannenden Kontrast zu jenen landschaftlichen Szenarien stehen die urbanen Wolkenkratzer- und Maschinenmotive von Charles Sheeler, welche von der zunehmenden Entfremdung des Individuums in Zeiten der Industrialisierung und dessen (geplatzten) Großstadtträumen zeugen. Isolation, soziale Leere und Vereinsamung sind ebenso die prägenden Elemente von Hopper – seine nüchterne Darstellung eines Mannes am Sonntag dokumentiert die urbane Leere in ihrer ganzen Schwere und bildet nicht zufällig das Titelbild der Ausstellung.

Jenseits des Figürlichen huldigen die Werke der New York School und der Farbmalerei um Jackson Pollock, Mark Rothko oder Kenneth Noland ganz den abstrakten Expressionismus, der New York um 1960 schließlich zum Zentrum der modernen Kunst avancieren ließ. 

Eine spannungsreiche Schau für Kenner und Interessierte!

Die Ausstellung »Von Hopper bis Rothko. Amerikas Weg in die Moderne« im Museum Barberini ist bis zum 3. Oktober 2017 im Museum Barberini zu sehen

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