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Ausstellungstipp: Von Monet bis Kandinsky

1.500 Gemälde in knapp 60 Minuten. Ein unmögliches Unterfangen, meint man. Und dem ist in der Regel sicher auch so, zumindest bei einem normalen Museumsbesuch. Immerhin gilt es, zwischen den einzelnen Objekten auch mehr oder weniger lange Wege zu absolvieren. Fast ohne Fußmarsch geht es derzeit in der Alten Münze in Berlin zu und das obwohl die Ausstellungsfläche mehr als 1.000 Quadratmeter umfasst. Doch anstelle auf leisen Sohlen von Kunstwerk zu Kunstwerk zu ziehen, dürfen es sich die Besucher in dem ehemaligen Münzprägewerk auf weichen Sitzsäcken gemütlich machen oder auf passablen Stühlen Platz nehmen, um einer der ungewöhnlichsten Kunstinszenierungen rund um die Klassische Moderne beizuwohnen.

Klassische Moderne begleitet von Dolby Surround

Schon zum dritten Mal beherbergt die Alte Münze ein multimediales Arrangement aus animierten Gemälden, Texten und ausgewählter Musik in ihren Räumlichkeiten. In den Vorjahren verzückten »Van Gogh« und »Hieronymus Bosch« die Besucher. Bis Ende Juni 2018 residieren nun die Meister der Klassischen Moderne in Berlin-Mitte und eröffnen Interessierten einen neuen Zugang auf die Werke jener Epoche, die geprägt war von politischen Umwälzungen, technischen Neuerungen und Kriegen.

Vor der außergewöhnlichen Bilderschau stimmen zunächst große Schautafeln in der Eingangshalle die Besucher mithilfe von biographischen Eckdaten zu Leben und Werk auf die späteren Akteure ein. Der zweite Teil der biographischen Aufarbeitung befindet sich hinter den beiden mittleren Ausstellungsräumen und kann nach gesehener Filmschau wunderbar zum Ausklang studiert werden.

Der Zeit ihre Kunst, der Kunst ihre Freiheit. (Gustav Klimt)

Ein schwerer, schwarzer Vorhang trennt den erleuchteten Eingangsbereich von den multimedialen Präsentationsflächen, welche zwischen den einzelnen Kurzfilmen fast vollständig in Dunkelheit getaucht werden. Die Multimediashow läuft in beiden Ausstellungsräumen synchron und auch eine feste Sitzplatzordnung gibt es nicht. Der Besucher kann also ganz nach Belieben entscheiden, ob er der Inszenierung lieber in der imposanten Großzügigkeit des zweiten oder der intimen Behaglichkeit des dritten Raums beiwohnen möchte. Hat man einmal seinen Platz eingenommen, heißt es: zurücklehnen und genießen! 

In kurzen Filmsequenzen von durchschnittlich drei bis vier Minuten wandern die animierten Hauptwerke der insgesamt sechzehn Künstler in chronologischer Reihenfolge auf den ansonsten leeren Ausstellungswänden entlang. Zwischen den großen Namen wie Claude Monet, Edgar Degas, Vincent Van Gogh oder Paul Gauguin mischen sich auch Künstler, die nur eingefleischten Kunstliebhabern ein Begriff sein dürften, wie etwa Piet Mondrian, Paul Signac oder Juan Gris. Gemeinsam ist ihnen die schrittweise Abkehr von der Darstellung des Konkreten hin zu einer mehr und mehr abstrakten Interpretation ihrer Zeit, die schließlich fernab des Figürlichen im Expressionismus und schließlich Surrealismus gipfelte.

Mich interessiert nicht das Objekt, sondern das, was zwischen mir und dem Objekt passiert. (Claude Monet)

Die Kuratoren der Ausstellung zeigen sowohl komplette Gemälde als auch gigantisch vergrößerte Detailaufnahmen einzelner Bildobjekte, setzen diese spielerisch miteinander in Bewegung und lassen andere vom Unscharfen ins Konkrete und wieder zurück changieren. In unterschiedlichen Winkeln tanzen die Gemälde über die Wände und entwickeln ein kurioses Eigenleben, überlagern sich und tauchen die Besucher in ein faszinierendes Spiel aus Farben und Formen. All das im ständigen Takt der musikalischen Begleitung. Im Unterschied zum Kinobesuch wird der Besucher jedoch nicht nur zum stillen Beobachter dieses Schauspiels, sondern avanciert selbst zur Projektionsfläche und wird schließlich Teil dieser modernen Interpretation.

Nun mag der eine oder andere monieren, die animierten Ballerinas von Degas würden auf der multimedialen Ausstellungsbühne einmal zu häufig ihre Pirouetten drehen und einem anderen sausen die bunten Punkte von Signac wohlmöglich eine Spur zu lang über die Wände, bevor sie in einem flirrenden Höhepunkt ihre finale Position einnehmen und gemeinsam eines seiner typischen Landschaftsbilder formen. Eine vernachlässigbare Ausschweifung im Hinblick auf die erfrischende Faszination, welche sich schon nach wenigen Sekunden dieses Spektakels der lebendig gewordenen Gemälde einstellt.

Ein großer Vorteil der Ausstellung: Die Multimediashow läuft täglich von 10 bis 20 Uhr in einer Dauerschleife. Der Besucher kann also zu jeder Zeit an der Vorführung teilnehmen und Anfang und Ende individuell bestimmen.

Weitere Informationen zur Ausstellung finden sich auf der Website: »Von Monet bis Kandinsky«    

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