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Cordovan Leder vorgestellt

Cordovan Leder vorgestellt


Spiegelglatt, geschmeidig und äußerst strapazierfähig. Cordovan Leder zählt heute zu den begehrtesten Ledersorten der Welt und ziert die crème de la crème unter den Herrenschuhen. Dabei gestaltet sich seine Historie anfangs jedoch alles andere als ruhmvoll, sondern wurde vielmehr aus der Not heraus geboren, eine Alternative zu dem im 19. Jahrhundert noch kostspieligerem Boxcalf und Rindsleder zu finden.


Das Material, aus dem Schuhträume entstehen


Cordovan, auch Pferde- oder Rossleder genannt, wird traditionell aus der Gesäßpartie (der Kruppe) eines Pferdes gewonnen. Angelehnt an die muschelähnliche Form dieses speziellen Fellabschnitts spricht man auch von „Shell Cordovan“. Der gute Ruf des Cordovan Leders resultiert indes aus seinen besonderen Eigenschaften: Schuhliebhaber erfreuen sich an der hohen Lebenszeit, der einzigartigen Patina und dem angenehmen Wohlfühlklima in Cordovan Schuhen. Der Grund für diese hervorragenden Qualitätsmerkmale ist der natürlich hohe Fettanteil des Cordovan Leders, der dessen hohe Elastizität und glänzende Geschmeidigkeit garantiert. Darüber hinaus bilden sich bei den strapazierfähigen Lederschuhen weniger Gehfalten als bei anderen Modellen. Allein für zu hoher Transpiration neigende Füße ist Cordovan nicht die beste Wahl. Die überdurchschnittlich dichte und harte Faserstruktur macht Cordovan Schuhe zwar äußerst haltbar und langlebig, allerdings auch weniger luftdurchlässig.
Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts galt Cordovan jedoch lediglich als preisgünstiger Ersatz zu den mitunter horrenden Summen, die Schuhhersteller für hochwertiges Leder vom Rind oder Kalb aufbringen mussten. Während Rinder vor allem als Milchlieferanten relativ hohe Verkaufswerte erzielten, waren Pferde dagegen beliebte Zug- und Arbeitstiere. Zudem lagen die Preise für Pferdeleder anfangs noch im mittleren Preissegment – wohl gemerkt, galt es hier zu unterscheiden, ob es sich tatsächlich um Cordovan Leder oder aber um das übliche Rossleder handelte.


Mehrere Arten von Pferdeleder, aber nur ein Shell Cordovan


Der Fachmann weiß beispielsweise das hochwertige Shell Cordovan, das in der Regel eine Stärke von 2 bis 2,2 Millimetern erreicht – von sogenanntem „Rossbox“ zu unterscheiden, welches aus der muskulöseren Hinterpartie stammt. Das meist stark gefärbte Rossbox-Leder weist ungleichmäßig große Poren auf und neigt schnell dazu, starr und brüchig zu werden. Vom sogenannten „Rosschevreau“ ist dagegen die Rede, wenn das Leder aus dem Hals und den vorderen Rückenpartien verwendet wird. Mit einer Stärke von 1,6 bis 1,8 Millimetern ebenso dünn und spröde ist dieses Leder weniger formstabil als Cordovan und besitzt außerdem eine weniger schöne Patina. Neben Rossbox und Rosschevreau findet heute auch mehr und mehr die Brustpartie der Pferdehaut Verwendung. Mit einer Stärke von gerade einmal 0,8 Millimetern benötigt ein solcher Lederschuh allerdings ein zusätzliches Innenfutter. Ohne eine solche Verstärkung verliert das Schuhwerk rasch seine Form, dehnt sich aus und wird unansehnlich.
Der Terminus „Cordovan“ bezeichnete anfangs allerdings nicht besonders hochwertiges Pferdeleder, sondern vielmehr leicht silbrig schimmerndes Ziegenleder, das aus der südspanischen Region Andalusiens um das spanische Córdoba entstammte. Im Laufe der Zeit spezialisierten sich die dort ansässigen Lederspezialisten auch auf die Herstellung von Pferdeleder, sodass der Begriff „Cordovan“ auf eben dieses ausgedehnt wurde. Noch heute verweist der englische Begriff für Schuhmacher auf den spanischen Ursprung der hochwertigen Lederart: „cordwainer“.


Ein Pferd macht ein Paar Cordovan Schuhe


Cordovan wird ausschließlich pflanzlich gegerbt und bedarf einer besonderen Behandlung. Heute verfügen nur noch wenige Gerbereien über die erforderliche Erfahrung und Geschicklichkeit, um das geschmeidige, wasserresistente Leder herzustellen. Schuhliebhabern dürfte insbesondere der Name Horween ein Begriff sein. Diese in Chicago ansässige Gerberei beliefert seit 1905 namenhafte Hersteller mit dem hochwertigen Pferdeleder und ist die erste Wahl für vegetabil gegerbtes Cordovan. Bis hin zu sechs Monate dauert es, bevor ein Lederstück in dem äußerst aufwendigen Gerbverfahren zugerichtet wurde und den hohen Qualitätsansprüchen des Cordovans genügt. Übrigens: Aufgrund seiner außergewöhnlichen Härte und Haltbarkeit wurde Cordovan einst sogar zur Fertigung von Behältern verwendet. Erst später konnte das Material auch zur Schuhherstellung verwendet werden. Heute sind Cordovan Schuhe aufgrund der hohen Nachfrage wesentlich teurer als übliche Schuhmodelle – im Durchschnitt 4-mal so teuer wie geschmeidiges Boxcalf.
Der hohe Anschaffungswert von Cordovan ergibt sich aus der besonderen Beschaffenheit der Pferdehaut. Lediglich zwei kleine, ovale Stellen beidseits des Rückgrats eignen sich für die Herstellung von Cordovan Schuhen. Nur jene schmalen Hautpartien besitzen ein ausreichend festes Bindegewebe, das den Anforderungen für einen hochwertigen Herrenschuh genügt. Insgesamt bietet die Pferdehaut nur genug Leder für die Herstellung von einem bis zwei Schuhpaaren. Vor allem Kaltblüter liefern das beste Cordovan Leder – doch steigt aufgrund der rückgehenden Pferdehaltung auch der Preis. Mitunter warten Hersteller aufgrund der großen Nachfrage bis zu drei Jahre auf ihre Cordovan-Bestellung und das mit Vorliebe. Das Resultat spricht für sich. Das spanische Leder erfreut sich weltweit großer Beliebtheit und darf auch in unserer Kollektion exotischer Ledersorten nicht fehlen.


Hohe Qualität, geringer Pflegeaufwand


Trotz der außergewöhnlichen Qualität gestaltet sich die Pflege von Cordovan Schuhen recht einfach. Nach der Grundreinigung mit einem weichen Baumwolltuch oder einer Staubbürste, sollte die gewohnte Schuhcreme im Schrank bleiben. Eine Creme würde das von Natur aus fetthaltige Oberleder nur übersättigen und ließe sich kaum auspolieren. Stattdessen empfiehlt es sich, ein Wachs nach der Reinigung zu verwenden und es anschließend mit einer entsprechenden Rosshaarbürste wieder aufzupolieren. Bei hoher Außentemperatur kann sich auf dem Schaft hin und wieder ein weißlicher Film bilden. Dabei handelt es sich um Fett, dass bei übermäßiger Wärme aus dem Leder abgegeben wird. Entfernen Sie den Talg von der Schuhoberfläche und polieren Sie die entsprechende Stelle auf, um die Schönheit der Cordovan Patina erneut zu erhalten.

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