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Von der Stichwaffe zur Ikone – Der Stiletto

Bereits 1000 v. Chr. finden sich im alten Ägypten die Urahnen des heutigen Stilettos. In der griechischen Tragödie wiederum trugen die Helden und Götter Schuhe mit Plateausohle, um mit der (etwas beschönigten) körperlichen Größe ihre Überlegenheit zu demonstrieren. Im Laufe der Jahrhunderte bildeten sich immer neue Formen des Absatzschuhs aus. Zunächst betonten die hohen Absätze optisch die Erhabenheit gegenüber den Untergebenen, später manövrierten sie ihre Träger auch praktisch über den Dreck mittelalterlicher Straßen. Ursprünglich waren Absatzschuhe reine Männersache und eroberten erst verhältnismäßig spät die Damenmode.

Hoch hinaus 

Gerade in Spanien erreichten Damenschuhe irrwitzige Höhen. Bis zu 55 Zentimetern maßen die Absätze manch adliger Dame, welche damit nicht ohne die Stütze einer Dienerin laufen konnte. Angeblich war es Katharina de Medici, welche den Absatzschuh am französischen Hof salonfähig machte und damit einen regelrechten Modetrend auslöste. Dabei waren Absätze nicht überall so beliebt. In England konnte eine Ehe annulliert werden, wenn die Ehefrau durch Absätze ihre wahre Größe kaschiert hatte – im schlimmsten Falle drohte der Gattin sogar eine Klage wegen Hexerei. Zur Freude heutiger Generationen erkannte kein Geringerer als Giacomo Casanova die Vorteile des Absatzes – immerhin wurden durch ihn die feinen Damen gezwungen, ihre langen Reifröcke zu raffen und so den Blick auf ihre Knöchel freizugeben. Somit ist nicht nur der schmale Absatz eine Gefahr: das Wort „Stiletto“ stammt nämlich vom italienischen „Stilett“ ab, einer Stichwaffe der Renaissance. 

Die Entwicklung des Stiletto-Absatzes, so wie wir ihn heute kennen, war tatsächlich erst in den 50er-Jahren des letzten Jahrhunderts möglich. Zwar gab es auch schon Jahrhunderte vorher verschiedene Varianten des Absatzes, zunächst gekrümmt, dann optisch ansprechender und von gerader, aber noch relativ dicker Form. Doch den wahren Durchbruch als elegantes Element des Damenschuhs erfuhr der Pfennigabsatz erst dank Roger Vivier und dem Hause Dior. Zwar hatte sich Salvatore Ferragamo zu Kriegszeiten schon an Plateausohlen und Keilabsätzen aus Kork probiert – Leder wurde im Zweiten Weltkrieg stark rationiert – aber diese waren kurz nach Ende des Krieges schon nicht mehr en vogue. Die von Dior entwickelte Sandalette mit Absatz ließ den Blick auf den von ihr wohlgeformten Fuß frei und sorgte für Begeisterung bei Damen wie Herren.

Under pressure

In der Folge entwickelte sich ein wahrer Wettstreit um den dünnsten und filigransten Absatz unter den Designern, der jedoch ein neues Problem aufzeigte: das Material. Das verwendete Holz brach unter dem großen Druck, der auf den Absätzen lastete, wortwörtlich zusammen. Eine Ummantelung mit verschiedenen Metalllegierungen verschaffte kurzzeitig Abhilfe, hielt jedoch auch nicht dauerhaft Stand. Die rettende Lösung stellte letztlich die Ummantelung eines Stahlstiftes mit Plastik dar. Der harte Stahl trotzte dem Gewicht und das verwendete Plaste konnte nach Belieben geformt werden. Es war wiederum Roger Vivier, der den klassischen, geschlossenen Pump mit Absatz versah und den heute bekannten Stöckelschuh erfand.    

Sobald die Problematik der Statik gelöst war und der Pumps massentauglich wurde, eroberte er natürlich auch die Kinoleinwand. Wer könnte vergessen, wie Frank Sinatra in „Die oberen Zehntausend“ aus einem Stiletto Champagner trinkt?    

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