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Hausbesuch beim Strauß in Südafrika

Strauße in Südafrika

Irgendwo im Netz las ich über den Strauß eine wunderbare Beschreibung, die ich gerne für den E instieg dieses Artikels nutzen möchte: „Würde der Strauß Milch geben, hätte er längst als geflügelte Variante der legendären "eierlegenden Wollmilchsau“ Geschichte gemacht“. Der Zitatgeber bringt es auf den Punkt, denn als Nutztier ist der Strauß einmalig, lässt sich doch beinahe das gesamte Tier – man verzeih die grobe Wortwahl – umfassend verwerten. Die flauschigen Federn sind zum Beispiel fester Bestandteil des brasilianischen Karnevals, das Fleisch besitzt einen geringen Cholesterin- und Fettanteil und ist daher bestens für eine gesunde Ernährung geeignet, das aus der Haut gewonnene Leder ist äußerst dekorativ und selbst die Eier werden verspeist oder als Dekoelemente gehandelt. Zumindest Straußenfleisch ist in Deutschland recht populär, ansonsten haben wohl erst die Wenigstens mit dem größten Vogel der Welt Kontakt gemacht – gleichwohl gibt es auch in unseren Breiten viele kleine Straußenfarmen. Wer selbst gerade am grübeln ist, ob sich eine Zucht dieses skurril anmutenden Vogels lohnt, dem sei der Link zum Berufsverband der Deutschen Straußenzucht empfohlen.
Ortsbesuch Oudtshoorn, Südafrika. Die Stadt nördlich der Outeniqua-Berge inmitten der Kleinen Karoo-Halbwüste wurde 1847 gegründet und schon recht bald stellte sich heraus, dass diese trockene Gegend beste Voraussetzungen zur Zucht der dort bereits ansässigen Strauße bietet. Die großen Vögel wissen am besten mit den klimatischen Bedingungen umzugehen. In der Folge erlebte Oudtshoorn einen wahren Straußen-Boom und wurde Anfang des 20. Jahrhunderts zum bedeutendsten Straußenproduzenten (natürlich nicht direkt von den Vögeln, sondern der gewonnenen Produkte) der Welt. Die Federn und das Fleisch der Tiere brachten den Farmern großen Reichtum. Die weltweite Nachfrage nach den markanten Federn war bis zum 1. Weltkrieg so enorm, dass sie nach Gold und Diamanten zum wichtigsten Exportgut Südafrikas wurden. Der Krieg ließ diesen Hype jedoch verebben und die Federbarone von Oudtshoorn hatten das Nachsehen. Doch noch heute ist der Ort eng mit dem Vogel verbunden und noch immer finden sich hier beachtliche Straußenfarmen, die sich um Oudtshoorn an der R62 befinden.

Show-Farm erklärt Nutzung des Straußes


Eine der bekanntesten ist wohl die Highgate Ostrich Farm, mehrere Kilometer südwestlich des Stadtzentrums, direkt an der Straße 328 gelegen. Nach dem Verlassen des klimatisierten PKWs haut den Besucher die Wucht der trockenen Halbwüstenhitze beinahe um. Anders geht es da dem Strauß, der hier an jeder Ecke zu lauern scheint. Er hat hier schon immer gelebt – auch wenn es die Tiere heutzutage nicht mehr in freier Wildbahn gibt. Sie leben eingezäunt auf Farmen wie dieser. Obwohl ein Strauß ohne Probleme 40 Jahre und älter werden kann, werden die meisten Tiere mit 14 Monaten geschlachtet. In diesem Alter hat nämlich die Haut der Vögel die richtige Dicke, um daraus Leder zu gerben.
Bei der für die Besucher geöffneten Farm handelt es sich übrigens um eine Show-Farm, die richtigen Produktionsstätten liegen wenige Kilometer entfernt. Doch das macht nichts, denn die Show-Farm bietet eine weitere Einnahmequelle für die Straußenfarmer, denn gegen eine geringe Gebühr kann der Besucher hier stündlich an Führungen teilnehmen, in denen er alles über den großen Laufvogel und seine wirtschaftliche Nutzung erfahren kann. Über die Produktion der berühmten Federboas, der umfangreichen Nutzung des Fleisches, der Produktion der äußerst dekorativen Leder bis hin zur Nachzucht im Brutapparat wird die gesamte Verwertungskette anschaulich abgehandelt. Auch der Showeffekt ist nicht zu verachten, wenn am Ende der Führung Besucher die höchst zweifelhafte Einladung erhalten auf dem Strauß zu reiten und bei einem abschließenden Rennen der Tierpfleger auf den vermeintlichen Siegerstrauß wetten dürfen. Ein recht unwürdiger Abschluss eines sonst wirklich lohnenswerten Ausflugs.
Für einen Schuhblog am interessantesten ist natürlich das Leder vom größten flugunfähigen Vogel der Welt. Gekennzeichnet ist es durch die charakteristischen Noppen und seiner hohen Strapazierfähigkeit - dennoch ist es äußerst weich. Für Hand- und Brieftaschen, als auch für die meisten Schuhe wird lediglich die Haut der Rückenpartie verwendet, weil nur sie die typische Noppenstruktur besitzt. Chromgerbung und ungespaltene Verarbeitung lautet der Schlüssel zur hohen Qualität, denn nur so werden die Noppen erhalten. Da die natürliche Farbe des Leders sehr hell ist, wird es für die meisten Schuhe braun oder schwarz durchgefärbt.

Leder der Füße erinnert an Reptilien


Bereits von Anfang an erfreut sich das Straußenleder höchster Beliebtheit im Luxusledersegment, da seine Noppen und die Herkunft für Exotik stehen. Gerade Handtaschen und Geldbörsen des höheren Preissegments werden gerne aus dem Leder vom Strauß gefertigt. Manch Luxusautohersteller bietet gar Autositze aus Straußenleder an. Bei Schuhen, deren gesamtes Oberteil aus Straußenleder besteht, sollte der Käufer übrigens auf eine genaue Passform achten, nachgeben wird dieses Leder nicht mehr.
Unsere Straußenledermodelle 321, 330 und 350 indes verfügen über Lederpartien, die von der Fußhaut des Straußes stammen, denn natürlich wird die gesamte Haut des Straußes für die Ledergewinnung genutzt. In seiner Optik erinnert das Leder von diesem Teil des Tieres eher an ein Reptil denn an einen Vogel. Gleichwohl ist es höchst atmungsaktiv, robust und dennoch weich.
Abschließend noch einige fotografische Eindrücke von der Highgate Ostrich Farm in Oudtshoorn:
Hausbesuch beim Strauß in Südafrika
Hausbesuch beim Strauß in Südafrika
Hausbesuch beim Strauß in Südafrika
Hausbesuch beim Strauß in Südafrika
Hausbesuch beim Strauß in Südafrika
Hausbesuch beim Strauß in Südafrika
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