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Kultur-Tipp: Gerhard Richter „Über Malen“

Kultur-Tipp: Gerhard Richter „Über Malen“

Es gibt wohl kaum einen Künstler in Deutschland, der gleichsam so bejubelt wird und so umstritten ist. Und damit noch ausgesprochen erfolgreich. Seit Jahren gelten die Werke des gebürtigen Dresdners Gerhard Richter als die teuersten eines lebenden Künstlers.

Er stellte auf der Documenta in Kassel aus, Paris und New York feierten seine Kunst und in seiner Geburtsstadt widmet sich seit 2006 das Gerhard Richter Archiv der fortlaufenden Dokumentation des Gesamtwerks des Künstlers.

Anlässlich seines 85. Geburtstages findet nunmehr in Bonn eine Retrospektive der frühen Werke Richters statt.

„Über Malen – Frühe Werke“ zeigt in Kooperation mit dem S.M.A.K. Gent 25 Werke, entstanden zwischen der Mitte der 1960er-Jahre und dem Beginn der 1970er-Jahre, welche den Diskurs bilden, der Richters Œuvre begründete. 

Schließt sich eine Tür, geht woanders ein Fenster auf.

Kultur-Tipp: Gerhard Richter „Über Malen“

Im Zentrum der Ausstellung stehen Richters Tür-, Fenster- und Vorhangsbilder. Wie all seine Werke lassen sie die Trennung zwischen gegenständlicher und abstrakter Malerei hinter sich. Eine Vielzahl seiner Werke haben eine fotografische Grundlage, die er, häufig in Graustufen gehalten, in Öl vergrößert auf die Leinwand bringt. Gleichsam verwischt er bewusst die Grenzen, verschiebt Perspektiven und stößt Betrachter und Kritiker mit Vorliebe vor den Kopf.   

Über Malen ist eine Schau, die das Nachdenken über die Aufgaben, Möglichkeiten und Aporien der Malerei, das Richters Werk zentral kennzeichnet, in den Mittelpunkt stellt und dabei gleichzeitig die selbstkritische, zweifelnde Haltung, mit der Richter seine Operationen auf dem Bildfeld ausführt, zum Thema macht. (Stephan Berg, Kunstmuseum Bonn, In: Über Malen / frühe Bilder (Katalog zur Ausstellung))

Türen, Fenster und Vorhänge sind in der Kunsthistorie seit Jahrhunderten ein Mittel der Offenbarung. Die alten Meister enthüllen durch den Einsatz dieser die Wirklichkeit, sei es die reale, die bildliche oder die vom Künstler intendierte. Gerne werden damit auch Missstände aufgedeckt, wird Kulturkritik geübt oder schlicht provoziert und überrascht. Gerhard Richter zeigt bereits zu Beginn seines künstlerischen Schaffens, dass er sich nicht an vermeintliche Vorschriften hält und er sich und sein Opus nicht in eine Schublade stecken lässt. Seine Fenster blicken ins Leere, seine Türen führen ins Nichts und seine Vorhänge bleiben geschlossen.

Kultur-Tipp: Gerhard Richter „Über Malen“
Gerhard Richter – Über Malen / frühe Werke. Noch bis 01. Oktober 2017 im Kunstmuseum Bonn, vom 21. Oktober 2017 bis 18. Februar 2018 im S.M.A.K. Gent und schließlich vom 23. März 2018 bis 24. Juni 2018 im Museum Wiesbaden.
Der reich bebilderte Katalog zur Ausstellung erschien im Hirmer Verlag.


Bilder:

Gerhard Richter, Fenstergitter, 1968, Öl auf Leinwand, 200 cm x 300 cm, Ludwig Museum – Museum of Contemporary Art, Budapest, © Gerhard Richter, Foto: József Rosta / Ludwig Museum – MoCA, Budapest

Gerhard Richter, 5 Türen (I), 1967, Öl auf Leinwand, 5-teilig, je Bild: 205 cm x 100 cm, Museum Ludwig, Köln, © Gerhard Richter, Repro: Rheinisches Bildarchiv Köln

Gerhard Richter, Großer Vorhang, 1967, Öl auf Leinwand, 200 cm x 280 cm, Städel Museum, Frankfurt a.M. © Gerhard Richter, Foto: © Städel Museum – Artothek
    


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