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Kultur-Tipp – Die Fotoausstellung „Schalom“

Kultur-Tipp – Die Fotoausstellung „Schalom“

Wie selbstverständlich ist das Leben für die jüdische Bevölkerung heute in Deutschland, rund 70 Jahre nach der Shoah? Eine Fotoausstellung im Museum in der Kulturbrauerei in Berlin beschäftigt sich mit genau dieser Frage. Ausgestellt werden Bilder dreier Fotografen, zwei Israelis und ein Deutscher, die die verschiedenen Facetten jüdischen Lebens in Deutschland unter die Lupe nehmen. Holger Biermann, Rafael Herlich und Benyamin Reich halten insgesamt 15 Jahre, von 2000 bis 2015, bildlich fest. Entstanden ist eine Sammlung, bei der zugleich die verschiedenen Perspektiven der Künstler deutlich werden, und die sich dabei doch zu einem harmonischen Ganzen fügt. 

Schalom heißt Frieden

Auf den verschiedenen Fotografien sieht man gläubige Juden beim Zelebrieren großer Feiertage wie Jom Kippur, die Hochzeit eines jungen orthodoxen Paares und ein verliebtes deutsch-israelisches Pärchen im Wald.

Kultur-Tipp – Die Fotoausstellung „Schalom“

Die Kehrseite der Ausstellung: Polizisten, die eine Frankfurter Synagoge bewachen und Schmierereien an einer Mauer. „Jude“ als gängiges Schimpfwort auf deutschen Schulhöfen. Wenige Bilder weiter sieht man drei Jungs auf der Abschlussfeier der Talmudschule.

Es scheint eine ganze Welt zwischen diesen beiden Seiten zu liegen und doch sind sie sich so nah. Man sieht ultraorthodoxe Juden durch Frankfurt laufen und eine große Gruppe beim Neujahrsfest Rosch ha-Schana an der Museumsinsel in Berlin. Beim Betrachten dieser Bilder muss und soll sich der Betrachter automatisch die Frage stellen: Wie selbstverständlich sind diese Szenen für mich? Denn diese gilt es zu beantworten, auf dem Weg zu einer gemeinsamen Normalität.

Kultur-Tipp – Die Fotoausstellung „Schalom“

Zwischen den Bildern findet man die Biografien der Fotografen und Zitate deutscher Juden. Wie sicher fühlen sie sich in Deutschland? Wie akzeptiert? Und wird es eines Tages eine Normalität zwischen Juden und Nicht-Juden geben?    

Auf dem Weg zur Normalität… ?

Auf einer Fotografie sieht man einen jüdischen Bundeswehrsoldaten mit Gebetsriemen, versunken ins Gebet. Im nächsten Raum das Zitat einer Frau: „Ein Mann sagte in der U-Bahn in Berlin zu meiner Tochter: „Sie sehen aber jüdisch aus, ich will mich lieber wegsetzen.““ Ob derselbe Mann dies auch zu dem Soldaten in Uniform gesagt hätte? Unwahrscheinlich. Wie oft hat wohl schon jemand gesagt: „Sie sehen aber christlich aus, ich setze mich lieber weg“? Vermutlich eher selten bis nie. In einer globalisierten Welt sollte es doch im Sinne aller sein, dass jeder Mensch seinen Glauben oder Nicht-Glauben so frei leben kann, wie er möchte. Ohne Angst vor Ausgrenzung und Demütigung haben zu müssen.  

Nach einer Mischung aus fröhlichen Eindrücken, nachdenklichen Momenten und positiven wie negativen Denkanstößen verlässt man die Ausstellung jedoch mit Hoffnung:
Auch der Autor und Künstler Küf Kauffmann ist sich sicher, „dass wir auf dem gemeinsamen Weg zur Normalität sind“. 

Kultur-Tipp – Die Fotoausstellung „Schalom“

»Schalom – 3 Fotografen sehen Deutschland« noch bis 3. September im Museum in der Kulturbrauerei. Der Eintritt ist frei. Das Begleitprogramm zur Ausstellung finden Sie unter: www.hdg.de.    

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