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Das kleine Schuhbürsten-ABC

Das kleine Schuhbürsten-ABC


Eine erfolgreiche Schuhpflege beginnt mit der Reinigung des Oberleders und endet mit der finalen Politur. Bei (fast) jedem dieser Zwischenschritte leistet eine Schuhbürste gute Dienste. Doch zwischen Ross- und Ziegenhaar, Stiel- und Tiegelbürste fällt die Entscheidung nicht immer leicht. Wir zeigen, welche Bürsten ein langes und zufriedenes Schuhleben unterstützen.


Die Qual der Wahl: Worauf beim Bürstenkauf zu achten ist...


Im Überangebot der Pflegeprodukte kann man schnell den Überblick verlieren. Dennoch sollte die Wahl von Schuhspanner, Schuhpflege und Bürste nicht dem Zufall überlassen werden. Einmal in die richtigen Produkte investiert, avanciert die Schuhpflege zu einer angenehmen Routine. Um unter den Schuhbürsten die Spreu vom Weizen zu trennen, sind folgende Indikatoren zu beachten:
Eine gute Schuhbürste lässt in ihrer Qualität auch bei häufigem Gebrauch nicht nach und zeichnet sich durch eine lange Haltbarkeit aus. Tatsächlich kann eine hochwertige Bürste bedenkenlos an die nächste Generation vererbt werden.
Einen weiten Bogen sollten Schuhliebhaber daher um Kunstfaserbürsten machen. Die synthetischen Fasern sind meist zu starr und hart und können das Leder dauerhaft schädigen. Gleichzeitig wird das Oberleder durch das Kratzen der Borstenenden statisch aufgeladen und verwandelt den Schuh in den reinsten Staubmagneten.
Doch auch Naturschuhbürsten unterscheiden sich in ihrer Qualität. Von welchem Tier die Bürstenhaare stammen und, wie dicht der Bürstenkopf besetzt ist, beeinflusst die Bürstenqualität. Weniger entscheidend ist dagegen, ob die Schuhbürste maschinell gesteckt oder von Hand eingezogen wurde. Letzteres spricht zweifellos für ein unterstützendwertes Handwerk, spiegelt sich aber nicht in der Qualität wider.
Wichtig ist dagegen die Form der Schuhbürste und damit sind mitnichten rein optische Kriterien gemeint. Abgerundete Kanten liegen besser in der Hand als eckige, rutschige Bürstenkörper. Darüber hinaus besteht nicht die Gefahr, das Oberleder mit den scharfen Bürstenkanten zu beschädigen. Bessere Dienste leistet hier eine nach oben hin gewölbte Griffform, die angenehm in der Hand liegt.
Werden diese Kriterien beim Kauf berücksichtigt, hat der interessierte Schuhliebhaber bereits einen Großteil minderwertiger Produkte ausgeschlossen. Bleibt die Frage zu klären, welche Schuhbürsten im Pflegesortiment tatsächlich unverzichtbar sind.

Das kleine Schuhbürsten-ABC


Staubbürste zur Vorreinigung


Hochwertige Lederschuhe wie unsere rahmengenähten Schuhklassiker lassen sich bereits mit einem feuchten Lappen von leichten Schmutzpartikeln befreien. Für hartnäckigere Dreckrückstände eignet sich dagegen eine Staubbürste – bitte nicht die billig vermischten Exemplare aus Kuh- oder Kunsthaar.
Die kräftige Struktur des Pferdehaares rückt dagegen den Verschmutzungen erfolgreich zu Leibe und ist zugleich ausreichend weich, um das Leder zu schonen. Achten Sie darauf, dass die Bürstenhaare nicht zu lang sind. Eine Länge von 15 bis 17 Millimeter ist ideal, damit die Haare bei der Reinigung nicht abbrechen.
Doch Obacht! Bei der Trocknung der Staubbürste besteht die Gefahr der Staunässe, wenn die Bürste nach dem Gebrauch mit den Fasern nach unten gelegt wird. Auch warme Heizungsluft ist der Langlebigkeit der Bürste abträglich. Legen Sie den Bürstenkörper am besten mit den Fasern nach oben oder zur Seite. Auf diese Weise kann sich der Bürstenbesatz ungehindert entfalten.
Tipp: Für empfindliche Oberleder vollkommen ungeeignet, sind die harten Borsten der Schmutzbürste dagegen geradezu prädestiniert für die Reinigung von Arbeits- und Wanderschuhen.


Tiegelbürste zum Auftragen der Pflege 


Nach der Vorreinigung muss das Oberleder mit neuen Nährstoffen versorgt und einem schützenden Wachs versehen werden. Für die gleichmäßige Verteilung der Pflegemittel empfiehlt sich eine Kombination aus weichem Schuhputztuch aus Baumwolle (oder einem Lappen) und einer Auftragbürste. Während sich große Schuhoberflächen wunderbar mit einem Tuch eincremen lassen, eignet sich die Auftragbürste vor allem für verzierte und strukturierte Leder.
Generell unterscheidet man zwei Arten von Auftragbürsten: die Stielbürste und die Tiegelbürste. Erstere zeichnet sich dadurch aus, dass ihre Haare im rechten Winkel zum Bürstenkörper gesteckt sind. Bei der Tiegelbürste schließt der Bürstenkopf als Verlängerung des Griffs an die Längsachse an und erreicht daher auch problemlos den Boden des Pflegetiegels. Ein weiterer Vorteil der Auftragbürste: Allein ihre Bürstenhaare erreichen den oft vernachlässigten Schaft- und Sohlenwinkel – mit einem Tuch ist diese Fuge zwischen Rahmen und Schaft nicht zugänglich. Ein großer Fehler, ist jene Partie oberhalb der Sohle doch direkt Dreck und Nässe ausgesetzt und bedarf einer regelmäßigen Pflege. In der Regel erfüllt jede Auftragbürste mit entsprechend langen Bürstenhaaren diese Aufgabe. Eine Rahmenbürste wurde eigens für diesen Zweck entwickelt und meistert jene Herausforderung dementsprechend mit Bravour.
Tipp: Bei regelmäßiger Anwendung verkleben die Bürstenhaare mit der Zeit. Das bedeutet allerdings noch lange nicht das Ende des hilfreichen Pflegezubehörs. Waschen Sie die Auftragbürste mit etwas Seife aus und, lassen Sie diese vor der nächsten Anwendung gut trocknen. Auf diese Weise nennen Sie einen treuen Begleiter bei der Schuhpflege Ihr Eigen.


Glanzbürste zum Polieren


Nach der Pflege des Leders kommt die finale Politur. Dabei werden zurückgebliebene Schuhcreme-Reste gleichmäßig auf dem Schuh verteilt. Zuvor wirkt das Leder meist noch matt, da das Licht durch die Unebenheiten diffus reflektiert wird. Dank der kreisenden Polierbewegung entsteht zwischen den Haarspitzen der Bürste und dem Oberleder eine Reibungswärme, die das Wachs zum Schmelzen bringt und dem Leder einen spiegelglatten Glanz verleiht. Vorausgesetzt, die Glanzbürste verfügt über viele Borsten und ist gleichzeitig ausreichend weich, damit auf dem Schaft keine unangenehmen Streifen zurückbleiben.
Das Schweifhaar von Pferden ist für diese Aufgabe wie geschaffen. Polierbürsten aus Rosshaar erzielen ein hervorragendes Ergebnis, da ihre Haare unterschiedlich stark sind. Dabei gilt folgende Faustregel: je dichter der Besatz, desto besser das Ergebnis. Eine hochwertige Glanzbürste besitzt mindestens sieben Haarreihen. Eine Länge von 20 bis 25 Millimetern ist hier optimal. Bei einer maschinell gesteckten Rosshaarbürste kann es bei den ersten Anwendungen mitunter zu einem leichten Haarausfall kommen. Dies tritt vor allem bei einem dichten Besatz auf und sagt weniger über die Qualität aus: Die dünneren, leichten Mähnenhaaren werden beim Bürsten abgebrochen – der Haarausfall sollte sich jedoch nach der ersten Zeit legen.
Bei verzierten Lederschuhen wie einem Half-Brogue oder Spectator erleichtern indes die langen Haare der Wiener Rosshaarbürste das Auspolieren. Eine normale Rosshaarbürste erfüllt hier selbstredend ähnlich gute Dienste, doch erreichen die Bürstenhaare der Wiener Rosshaarbürste mit einer Länge von 33 Millimetern leichter die dekorativen Lochungen.
Gentlemen, die in ihrem Sortiment außergewöhnliche Exotenleder oder empfindliche Lackschuhe besitzen, treffen mit einer Polierbürste aus Ziegenhaar die richtige Wahl. Die extrafeinen Haare der Ziege hinterlassen weniger Streifen auf dem Schaft und schonen zudem das sensible Oberleder. Für eine Hochglanzpolitur bleibt nach wie vor eine Schuhbürste aus Yakhaar unübertroffen. Das seidenweiche Haar des Hochlandyaks ist wesentlich dichter und stärker als das von Ross und Ziege und wird deswegen weltweit von Schuhprofis geschätzt. Ein sagenhafter Glanz bescheinigt die Qualität dieser Schuhbürste der Extraklasse.


Eine Schuhbürste für jede Gelegenheit


Mit jeweils einem Exemplar von Staub-, Auftrag- und Glanzbürste sind Sie bestens für die Basispflege von Glattlederschuhen ausgestattet. Mit zunehmenden Schuhbesitz und der Erweiterung des persönlichen Schuhwissens lohnt sich hingegen die Investition in separate Bürsten sowohl für helle als auch dunkle Oberleder – und zwar für jede Schuhbürsten-Kategorie.
Tipp: Um eine Verwechslung der verschiedenen Schuhbürsten zu vermeiden, vermerken Sie auf dem Bürstengriff einfach den jeweiligen Verwendungszweck. Ebenso lohnenswert ist die Anschaffung einer Schuhputzkiste. Jene praktische Truhe garantiert eine übersichtliche Aufbewahrung aller Pflegeartikel und erspart die lästige Suche nach dem gewünschten Zubehör – sofern sie aus erstklassigem Holz gefertigt wurde, ist die Schuhputzkiste zugleich ein überaus modischer Einrichtungsgegenstand.

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